Richard Strauss ARIADNE AUF NAXOS | Musikalische Leitung MARKUS POSCHNER | Inszenierung ANDREAS HOMOKI | Bühnenbild MICHAEL LEVINE | Kostüme HANNAH CLARK | Lichtgestaltung FRANCK EVIN | Dramaturgie KATHRIN BRUNNER | bis 22. Oktober | OPERNHAUS ZÜRICH
Der österreichische Komponist Anton Bruckner feiert in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag. Was haben berühmte Dirigentinnen und Dirigenten über Bruckners Besonderheiten zu sagen? Markus Poschner, unter anderem Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz, erzählt, was ihn an Bruckners Fünfter fasziniert.
hr2 Doppelkopf – im Gespräch mit Menschen, die etwas zu sagen haben.
Zum 200. Geburtstag Anton Bruckners am 4. September 2024 »Anton Bruckner hat 19 Sinfonien komponiert.« Mit einem Augenzwinkern behauptet das der Dirigent und meint damit die zahlreichen unterschiedlichen Versionen, die Bruckner von seinen neun Sinfonien angefertigt hat.
Eine Reise ins Herz der Musik mit Dirigent Markus Poschner
Wie klingt der „typische Bruckner“ und warum gibt es ihn nicht? Wo können Zuhörer:nnen die Einflüsse des Landlebens in seiner Musik nachhören? Worum geht es in (seiner) Musik?
Moderatorin Ortrun Schandl geht mit Dirigent Markus Poschner auf eine zugängliche, aber keineswegs seichte Reise mitten in das Herz der Musik.
In dieser letzten Episode stellt Moderatorin Ortrun Schandl Künstlerinnen und Künstler vor, die extra fürs Brucknerjahr Projekte „Tourprojekte“ entwickelt haben, die Bruckner auf ganz unterschiedliche Weisen in ganz Oberösterreich und darüber hinaus gebracht haben.
Konkret sind das die Photographin und Künstlerin Zoe Goldstein gebürtige Riess, sie hat die Fotoausstellung „Für Theresia“ entwickelt, die Choreographin und Performancekünstlerin Silke Grabinger, die mit "Compositional Transfer Imbodied, I Anton" Bruckners Neunte Symphonie sozusagen sichtbar gemacht hat, Komponist und Kabarettist David Wagner, der mit "Wagner radelt Bruckner" sämtliche Brucknerstraßen/gassen, Plätze Oberösterreichs und Gebäude, die seinen Namen tragen, mit dem Rad bereist und mit den Menschen dort ein einzigartiges Musikstück kreiert hat, die bildende Künstlerin und Schöpferin des "Plopp! Kunstautomaten" Helene Huemer, "Schorgel"-Erfinder, Architekt und Künstler Clemens Bauder und Gitarrist Andre Zogholy, der mit dem Projekt "NoFive", einer Gruppe aus 10 Gitarristinnen, einem Bassisten, einem Schlagzeuger und einem Dirigenten die legendäre Melodie basierend auf einem Teil Bruckners Fünfter, der wie der Song Seven Nation Army von den White Stripes klingt, ein Wahnsinns Klangprojekt geschaffen hat.
Sie alle haben an verschiedensten Orten ihre Spuren hinterlassen – und alle inspiriert von Anton Bruckner.
Was haben sie alle mit dem Komponisten Anton Bruckner zu tun?
Und wie haben sie sich dem Menschen und dem Musiker genähert, was hat er in ihnen ausgelöst?
Er ist Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz und gern gesehener Gast am Pult des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien. Markus Poschner ist gebürtig aus Bayern, als Dirigent allerdings in der ganzen Welt unterwegs. Jüngst hat er sich vor allem mit dem Mammut-Projekt der Gesamteinspielungen aller Symphonien Bruckners in sämtlichen Fassungen verdient gemacht. Neben seiner Liebe für Bruckner hegt Markus Poschner aber auch eine große Liebe zum Jazz, und das u.a. auch als Pianist.
Der international gefeierte Bassbariton Erwin Schrott singt zusammen mit Sopranistin Erica Eloff vor der spektakulären Kulisse am Traunsee. Begleitet wird er vom Bruckner Orchester Linz, das unter der musikalischen Leitung seines Chefdirigenten Markus Poschner spielt.
In diesem Programm, das Alfred Schnittkes »Konzert für Klavier und Streichorchester« der »Symphonie Mathis der Maler« und den »Vier Temperamenten« von Paul Hindemith gegenüberstellt, ist die Pianistin Anna Gourari zum ersten Mal in einem größeren orchestralen Kontext zu erleben: zusammen mit dem Luganer Orchestra della Svizzera italiana unter der Leitung von Markus Poschner.
Die im Auditorio Stelio Molo festgehaltene Einspielung untermauert sowohl den anspruchsvollen Kontrapunkt von Hindemiths zum Neoklassizismus tendierendes Repertoire als auch das polystilistische Gefüge von Schnittkes Konzert, in dem, wie der Komponist selbst anmerkte, »alles – außerstande, das Gleichgewicht zwischen ›Sonnenschein‹ und ›Sturmwolken‹ herzustellen – endlich in tausend Stücke zerspringt«.
ALFRED SCHNITTKE Konzert für Klavier und Streichorchester
PAUL HINDEMITH Sinfonie »Mathis der Maler«
PAUL HINDEMITH Thema mit vier Variationen »Die vier Temperamente«
»Since Beethoven, nothing has been written that even comes close!« The great conductor Arthur Nikisch made this remark to Bruckner’s former student, Joseph Schalk and also his fellow conductor, Hermann Levi, described the piece as »the most significant symphonic work since Beethoven’s death.« Arthur Nikisch conducted the first performance in the Stadttheater, Leipzig, on 30 December 1884, with Bruckner in the audience. While the performance was not a total triumph, it brought the sixty-year-old composer significant international recognition for the first time. During the composer’s lifetime, the Seventh, especially its Adagio, was his most popular symphony, and it remains among his most beloved and frequently performed works.
#bruckner24 – ein gemeinsamen Projekt von Bruckner Orchester Linz, Radio-Symphonieorchester Wien und dem Label Capriccio unter der Leitung von Markus Poschner, das bis 2024 alle Sinfonien Anton Bruckners in allen Fassungen vorlegen wird. Bruckner Symphony #7 | C8091 – erschienen 04/2024
Une symphonie n°7 de Bruckner revigorée avec Markus Poschner
« Joker absolu »
»On est loin de l’art intimidant d’une architecte de cathédrale sonore, Bruckner se dévoile ici, altier, conquérant, pugnace, tel un maître artisan qui cisèle un ouvrage dont la modernité orchestrale apparaît au grand jour.
Avec l’enregistrement de la Symphonie n°5, cette Symphonie n°7 est d’emblée la lecture de référence de cette intégrale qui nous ravit au fil des parutions!«
»… Poschner favours swift tempos in his account of the Seventh. The result is a performance that’s fresh and invigorating but also deeply felt. Key moments such as the transition to the coda of the first movement and the climax of the Adagio are impressively rendered, and both the Scherzo and finale brim with energy.«
Christian Hoskins | Gramophone | 06.2024
»Poschner… leans to the quick side in Bruckner, bringing transparent textures and lots of excitement to the music.
I found a lot to enjoy in the performance. The outer movements show a lot of strength when approached head-on, and of course the scherzo withstands the attack easily.«
Paul L Althouse | American Record Guide | 07.2024
Symphonie Nr. 7 in E-Dur
»Dem zum Zeitpunkt der Entstehung bereits 60-jährigen Bruckner ist mit dieser Symphonie ein echter Knalleffekt gelungen. Und Markus Poschner, der Dirigent der vorliegenden CD, lotet die Musik zusammen mit dem versiert aufspielenden ORF Radio-Symphonieorchester Wien mit breitem Atem und vielfältigen musikalischen Nuancen aus. Geschickt bettet er die einzelnen Motive in den großen symphonischen Zusammenhang ein, wobei er sehr differenziert vorgeht. Zeitweilig dreht er den Orchesterapparat mächtig auf. Oftmals geht er aber auch ausgesprochen leise und behände ans Werk. Bereits die einleitenden, kaum zu hörenden Tremoli scheinen einer anderen Sphäre zu entstammen, bevor sich das erste, äußerst lange Motiv des ersten Satzes mit großer Eleganz und Spannung seinen Weg an die Oberfläche bahnt. Auch andere Passagen erklingen unter Poschners versierter Leitung sehr bedächtig. Nur wenige Stellen hätte man sich etwas dramatischer gewünscht.
Insbesondere im zweiten Satz wird die Nähe von Bruckners genialer Komposition zu Richard Wagner offenkundig. Dem ersten Thema des zweiten Satzes mit Wagner-Tuben und Bratschen gibt Poschner gekonnt einen äußerst weihevollen, tragischen Gehalt. Man merkt Bruckner seine große Trauer um Richard Wagner, der in der Zeit der Komposition starb, an. Die Coda des zweiten Satzes bildet die eigentliche Trauermusik für den Bayreuther Meister, die von Poschner sehr ergreifend dargeboten wird. Hier haben wir es wahrlich mit einer der besten Trauermusiken der symphonischen Literatur zu tun, die man mit Siegfrieds Trauermarsch aus Wagners Götterdämmerung durchaus auf eine Stufe stellen kann. Dem Scherzo des dritten Satzes gibt Poschner einen raschen, ländlichen Charakter. Hier wirkt sein Dirigat recht prägnant. Im abschließenden vierten Satz wartet der Dirigent dann mit grandiosen Steigerungen auf, die den strahlenden Höhepunkt seines bemerkenswerten Dirigats bilden.«
»Nach nur sieben Jahren hat Markus Poschner das Ziel erreicht: Mit gleich zwei Orchestern wurden nicht nur Bruckners insgesamt 11 Sinfonien eingespielt (einschließlich der Studiensinfonie f-Moll und der ›Nullten‹), sondern auch alle in der Neuen Bruckner-Ausgabe edierten Fassungen. So sind es dann in der zusammenfassenden Box 18 CDs geworden. Zu den letzten Meilensteinen des Projekts gehört die Einspielung der Nr. 7 – einer Sinfonie, die (vergleichbar den Nummern 5 und 6) zwar Revisionen, aber keine größeren Fassungsprobleme aufweist. Diesmal ist es das ORF-Sinfonieorchester, mit dem Poschner die Partitur auf beeindruckende Weise frisch interpretiert (und nicht etwa umkrempelt). Was an der Deutung (wie auch dem ganzen Zyklus, an dem ferner das Bruckner Orchester Linz maßgeblich beteiligt war) fasziniert, ist die Leichtigkeit, mit der der Verlauf aller Sätze gestaltet wird.
Um nicht missverstanden zu werden: Bruckner behält auch hier seine berückende Erhabenheit im Ton, erfährt aber eine geradezu musikantische Frischzellenkur, bei der viel Staub weggewischt und noch mehr Hör-Verkrustungen aufgebrochen werden. In der Sinfonie Nr. 7 gilt das vor allem für die ersten beiden Sätze – von den aus den Tiefen der Erde aufsteigenden Violoncelli bis zum dunkel raunenden Trauermarsch. Poschner aber verliert bei aller Ernsthaftigkeit des Ausdrucks nie den Fluss des Satzes aus den Augen, lässt immer auf das Ende eines melodischen Bogens oder einer Phrase hin spielen und das tiefe Blech suchend grummeln. So gewinnt Bruckners musikalische Sprache einen zutiefst romantischen Ausdruck und wirkt nicht mehr allein wie erratisch vom Himmel gefallen; der Komponist selbst erscheint gar weitaus menschlicher als gewöhnlich.«
»I think Poschner’s approach suits the orchestra nicely… Dynamics revolve around mezzo forte and louder, and contrasting moods, particularly in the finale, are homogenized. The result is worth a listen…«
»Poschner is not trying to compete with the great Brucknerian conductors of the past. Instead, he is doing his part to establish Bruckner’s relevance to a new generation of listeners…
Collectors who have been following this series will want this release, and they will not be disappointed.«