Dass die Chemie zwischen dem Maestro und dem Orchester stimmt, lässt sich schon seit Längerem im Goldenen Saal beobachten. Nun tritt Markus Poschner am 3. Oktober im Musikverein erstmals als neuer Chefdirigent ans Pult des ORF RSO Wien. Es ist dies zugleich der Auftakt zur neuen Reihe »Poschners Meilensteine«.
Im Sommer dirigiert Markus Poschner das Bruckner Orchester unterm Traunstein; im Herbst beginnt seine letzte »Linzer Saison«, bevor er nach Salt Lake City wechselt. Im Gespräch mit der »Krone« spricht er über einen Meilenstein für die Musik Bruckners und beleuchtet das Wiener RSO – hier steht Poschner ebenfalls ab Herbst am Pult.
Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch
Der designierte RSO-Chefdirigent Markus Poschner über beharrliche Ohrwürmer und Kunst als politischen Akt.
»Wer soll es denn sonst machen?« fragt Markus Poschner und meint damit das Einstehen für Menschlichkeit und menschliches Miteinander in Zeiten sich verhärtender Fronten. Gerade jetzt könne die Kunst Wege zur Gemeinsamkeit eröffnen, so Poschner, der zu Silvester erstmals »Die Fledermaus« von Johann Strauss an der Wiener Staatsoper dirigiert.
Seit September ist er Chefdirigent des Sinfonieorchesters Basel, im Herbst 2026 übernimmt er zudem das RSO und 2027 die Utah Symphony. Poschner stammt aus einer Musikerfamilie und war mehrere Jahre als Jazzpianist tätig, bevor er erstmals zum Taktstock griff. Im Gespräch mit Judith Hoffmann erzählt der geborene Münchner von einem Familienleben als »fahrende Gaukler«, warum das RSO kein Ablaufdatum hat und von seinem langjährigen Traum, mit einem Orchester Jazz zu spielen.
»Dieses Orchester kann alles spielen. Markus Poschner und das RSO.« »Sein Amt als Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters (RSO) tritt Markus Poschner erst 2026 an. Am Pult dieses Klangkörpers ist er dennoch schon jetzt zu erleben, wie beim zweiten Konzert des Abo-Zyklus im Konzerthaus. Das ist gut so. Denn dieser Dirigent versteht es, die Qualitäten dieses Orchesters zu demonstrieren.« »…ließ einmal mehr hören, dass dieses Orchester alles spielen kann. Viel Applaus.« Susanne Zobl | Kurier
RSO unter Poschner im Konzerthaus: Die Harmoniker schlagen zurück »Beide Werke werden dem Auftrag des RSO aufs Beste gerecht und sind Teil eines erfreulichen Trends beim Orchester, die ohrenfreundliche Moderne nicht zugunsten von Elfenbeinturm-Avantgarde zu vernachlässigen. Dafür ist Poschner genau der Richtige, gibt es doch so viel schöne Musik zu ent- und wiederentdecken, die von den anderen Orchestern kaum bis nie bedient wird.« »Wie sich der frühe Strauss aus Stille und Ruhe zu herrlich Strauss’schem Krach aufschwingt, um schließlich bei nostalgischer Süße zu landen, war hinreißend ausgestaltet und vom Orchester, sowohl was das Kollektiv als auch die Einzelleistungen betraf, bewundernswert umgesetzt.« Jens F. Laurson | Die Presse
28. November 2025 | Wiener Konzerthaus SAMY MOUSSA »Elysium« für Orchester ERKKI-SVEN TÜÜR »Lux Stellarum« (EA), Konzert für Flöte und Orchester RICHARDWAGNER Vorspiel zu »Parsifal« RICHARD STRAUSS Tod und Verklärung. Tondichtung für großes Orchester op. 24 Emmanuel Pahud Flöte | ORF Radio-Symphonieorchester Wien | Markus Poschner Dirigent
Wagner und Strauss, Moussa und Tüür: Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien spielt unter Markus Poschner farbenprächtige Werke. Im Interview verrät der künftige RSO-Chefdirigent, was diese miteinander zu tun haben. Dabei spricht er auch über die neue gesellschaftspolitische Verantwortung von Künstler:innen.
Die vorliegende Veröffentlichung präsentiert die Weltersteinspielung des Violinkonzerts Nr. 2 von Georg Friedrich Haas, einem der international bedeutendsten Komponisten unserer Zeit. Das 2017 vollendete Werk wurde im selben Jahr in Japan uraufgeführt.
Im Zentrum dieser Edition steht die Live-Aufnahme aus dem Wiener Musikverein vom 24. November 2023 mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Markus Poschner. Miranda Cuckson, für die das Konzert ursprünglich komponiert wurde und die seit vielen Jahren eng mit dem Komponisten zusammenarbeitet, ist als Solistin zu hören.
Ergänzend enthält die Veröffentlichung Cucksons Aufnahme von »de terrae fine« für Violine solo, einem Werk, in dem Haas’ charakteristische Klangsprache in konzentrierter Form erfahrbar wird.
GEORG FRIEDRICH HAAS 2. Konzert für Violine und Orchester de terrae fine
Am Samstag, dem 11. Oktober 2025, spielte das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung seines designierten Chefdirigenten Markus Poschner im Großen Saal des Wiener Musikvereins Werke von Lili Boulanger und Alexander Zemlinsky. Im Anschluss an das Konzert fand im Gläsernen Saal ein Künstlergespräch mit Markus Poschner und dem Moderator Walter Weidringer über Musik, Gesellschaft und die Vision seines neuen Orchesters statt.
Mit hoher Präzision durch Klangwuchten und vertonte Märchen Der designierte Chefdirigent des RSO, Markus Poschner, im Musikverein. »Ein ausdrückliches Plädoyer, Boulangers Musik aufzuführen, gab Markus Poschner mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien (RSO), dessen Chef er 2026 wird, und dem Wiener Singverein ab. […] Poschner durchwirkte mit seinem auf Höchstpräzision ausgerichteten Dirigat die Klangwuchten mit einem gewissen exotischen Flair. Akkurat stimmte er das Orchester mit den Stimmen des Singvereins ab. […] Poschner arbeitete die Rafinessen des Werks eindrücklich heraus. Bei Alexander Zemlinskys symphonischer Dichtung ›Die Seejungfrau‹, ließ der gebürtige Münchner hören, wie gut er sich mit seinem künftigen Orchester versteht. Akkurat formulierte er jedes einzelne Motiv dieser Vertonung von Hans Christian Andersens Märchen. Er setzte auf Ausdruck und das Lautmalerische dieser Komposition. Deutlich ließ er das Tschaikowski-Zitat hören. Besonders hervorzuheben sind die Hörner. Zurecht viel Applaus.« Susanne Zobl | Kurier
Wie das RSO unter Markus Poschner mit Flüstertönen überzeugt Der künftige Chefdirigent des RSO Wien begeisterte im Musikverein mit Musik von Lili Boulanger. Deren kompositorisches Werk lohnt jede Anstrengung »Und das ORF-RSO Wien? Überzeugt unter Markus Poschner mit Flüstertönen ebenso wie mit Akkordtürmen. Lautstärken-Kontraste, die sich auch in Psaume 130 einstellen, Boulangers Vertonung des De-profundis-Psalms. Reizvoll hier vor allem das Wechselspiel zwischen intimen Klagegesängen (famos: Altistin Claudia Mahnke) und geballter Chorwucht. Zum Ausklang: Zemlinskys Tondichtung von der Seejungfrau, spritzig, doch mit Tiefgang musiziert. Ein Abend nach Maß für den designierten RSO-Chef Poschner.« Christoph Irrgeher | Der Standard
Poschners Gebet für die Seejungfrau: Das RSO im Musikverein »Werke von Lili Boulanger und Alexander Zemlinsky im Musikverein – bei einem begeisternden Konzert wenig bekannter Spätromantik, wie es nur das RSO liefern kann.« »Poschner, der das Werk schätzt und im Zuge des Konzertes mit dem RSO für CD aufnahm (Capriccio), ließ die Meeresdame munter blubbern, die Wellen hochschlagen und dem Orchester leidenschaftlich seinen Lauf.« »… herrlich überwältigend« Jens F. Laurson | Die Presse
Der neue Chef begeistert alle »Er tritt seine Chefdirigentenstelle beim ORF-Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) zwar erst 2026 an. Aber zum Vorgeschmack dirigierte er schon jetzt einen Abend mit faszinierenden Raritäten, der vom Publikum mit Jubel und Bravogeschrei gefeiert wurde: Lili Boulangers (1893 bis 1918) mischt in ihrem ›Alten buddhistischen Gebet‹ und im 130. Psalm, entstanden zwischen 1910 und 1917, beginnende französische Moderne, archaische Weihestimmung und orientalische Farben zu monumentalen Klangbildern. Ihre Instrumentation ist raffiniert. Blech – inklusive des Militärinstruments Sarrusophon – wird bevorzugt. Imponierend, wie Boulanger Solostimmen (Claudia Mahnke & Paul Schweinester) und Chor (hervorragend studiert: der Wiener Singverein) einsetzt. Markus Poschner führt das RSO straff, setzt auf große Bögen und bis ins Detail genau schattierte Farben. Bei Boulanger wie bei Alexander Zemlinskys symphonischem Märchen ›Die Seejungfrau‹ arbeitet er effektvoll das theatralische Element, Überschwang der Gefühle, Liebeszauber und Abschiedsschmerz heraus. Die Arbeit mit ihm wird für das RSO spannend.« Karlheinz Roschitz | Kronen Zeitung
11. Oktober 2025 | Musikverein Wien LILI BOULANGER »Vieille prière bouddhique« für Tenor, Chor und Orchester LILI BOULANGER Psaume 130, »Du fond de l’abîme«, für Alt, Chor und Orchester ALEXANDER ZEMLINSKY Die Seejungfrau. Symphonische Dichtung Claudia Mahnke Alt | Paul Schweinester Tenor | Robert Kovács Orgel | Wiener Singverein | ORF Radio-Symphonieorchester Wien | Markus Poschner Dirigent
Der Chefdirigent des Linzer Bruckner Orchesters, Markus Poschner, leitet am Samstag bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele das Mozarteumorchester. Im Interview spricht er über seine neuen Aufgaben als Chefdirigent beim Wiener ORF-Radiosymphonieorchester, wie er trotz seines vollen Terminplans genug Zeit für das Bruckner Orchester findet, und sein Debüt an der Wiener Staatsoper.