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»Das mehr als gelungene Gastspiel am Campus baute auf ein uneingeschränktes Vertrauen in den Bruckner-Exegeten Poschner. Dass er seinen Bruckner über die Zeichengebung hinaus mit allen perspektivischen Zusammenhängen präsentiert, davon überzeugte nicht zum ersten Mal eine präzise Analyse über das Werk, das er vorher auch in Worten erläuterte und auch zu hören empfahl. Das Bruckner Orchester folgte ihm geistig, seelisch und mit Herz musizierend, schon lange kein Geheimnis mehr bei dem zu größten Erfolgen führendes Einverständnis mit seinem Chefdirigenten.«

Georgina Szeless
Oberösterreichisches Volksblatt, 07.05.2019
Foto: JKU/Wakolbinger

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»Völlig aus dem Nichts kommend begann schon das Adagio des ersten Satzes mit fast nicht – aber eben doch – hörbarem Pizzicato der Celli und Bässe, ehe die restlichen Streicher feinstes Pianissimo beisteuerten. Nach wenigen Takten folgte die große Zäsur und ein aus allen Rohren schießendes Fortissimo stellte klar, dass an diesem Abend mit einer enormen dynamischen Bandbreite zu rechnen sein würde.«

Johann Wahlmüller
OÖ Kronen Zeitung, 11.02.2019
Foto: Reinhard Winkler

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»Poschner legte analytisch die Strukturen des Riesenwerks, das im sinfonischen Schaffen Bruckners eine Schlüsselfunktion einnimmt, offen; und dennoch verloren Dirigent und Klangkörper nie das große Ganze aus den Augen. Der Weg zu dieser großartigen Leistung führte über gemäßigte Tempi, akribisches Herausarbeiten von agogischen und dynamischen Feinheiten und ebenso brillante wie hochriskante Klarheit der Stimmführung. Alle Instrumentengruppen fügten sich ihrem Charakter gemäß sensibel in dieses System ein und ließen ein äußerst differenziertes Klangspektrum aufleuchten.«

Paul Stepanek
Oberösterreichisches Volksblatt, 10.02.2019
Foto: Reinhard Winkler

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„Fazit: Eine Sternstunde für das Bruckner Orchester. Es bewies seine technisch-klangliche Meisterschaft, doch noch mehr. Mit seiner Bereitschaft, sich auf interpretatorische Abenteuer einzulassen, verwandelte es diese zur Sensation.“

Michael Wruss
OÖNachrichten, 01.10.2018

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„Die im zweiten Teil des Abends zur Aufführung gelangte Sinfonie Nr. 3 d-moll von Bruckner darf als Höhepunkt bezeichnet werden. Das Bruckner Orchester Linz mit seinem Leiter Markus Poschner ließ an diesem Abend eine Sternstunde erleben.“

Kurt Lettner
Oberösterreichisches Volksblatt, 01.10.2018

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„Feinsinnig und detailversessen meißelt er mit seinen Händen mitunter an einzelnen Tönen und filigranen Phrasen, dann wieder führt er mit großem Gestus durch die dynamisch ausladenden Passagen und macht die 9. Sinfonie von Bruckner als faszinierend dichtes, kontrastreiches und unmittelbar packendes Werk erlebbar, in dem die hoch konzentrierten Momente der Stille ein wesentlicher Teil der Musik sind. Kaum ein Ensemble könnte diese Deutung eindrucksvoller umsetzen, als das Bruckner Orchester  …“

07.07.2018

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„Despite the spacious platform, Poschner jammed his orchestra tightly together, flanked by antiphonal violins with six double basses lined up along the rear. And what an impressive sound they made, spearheaded by a superb brass section, lustrous and rounded rather than abrasive and ear-splitting. This was less the epic “cathedral of sound” Bruckner, built on Gothic architecture, and more a portrait of an impulsive, passionate soul, a sincere account that lived and breathed every bar.“

Mark Pullinger
Bachtrack, 7.5.2018

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1977395_cms2image-fixed-561x315_1qURW7_6EWGPj„Was bei Anton Bruckner meist zu kurz kommt, ist die Orchestration, die Meisterschaft der klanglichen Farbigkeit, die man vielfach nicht aus seinen Partituren herausliest. Genau hier hat Markus Poschner bei seiner Interpretation angesetzt. Nicht künstlich aufgesetzt, sondern ganz natürlich aus der Steuerung der Gruppen erwachsen.“

Michael Wruss
OÖNachrichten, 28.4.2018

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»Ein Hoch aufs Blech. Am Wochenende setzte die Dresdner Philharmonie unter Stabführung von Markus Poschner auf zwei recht spezielle Werke. Zunächst wurde Stefan Heuckes Concerto grosso Nr. 1 für Tubaquartett und Orchester uraufgeführt. Nach der Pause erklang, ohne Tuba zwar, aber mit starken Momenten für andere Blechbläser wie die Hörner und Trompeten, Bruckners Sinfonie Nr. 3 d-Moll in der ersten Fassung von 1873.

Stefan Heucke, Jahrgang 1959, hat sein Concerto unter anderem im Dresdner Auftrag geschrieben. Der Bochumer ist eine markante Figur im Kreis der zeitgenössischen Komponisten. Zu seinen Werken zählen die ambitionierte Oper „Das Frauenorchester von Auschwitz“ und eine Chorsonate zum Gedenken an die vom Naziregime ermordeten Homosexuellen. Hier nun gibt er mit der Tuba einem Instrument Spielraum, das erst spät in die sinfonische Bläserfamilie aufgenommen wurde und bis heute nur selten exklusiv zum Einsatz kommt. Die dreisätzige Komposition mischt in dezenter, abwechslungsreicher Art die Stimmen der F-Tuben mit der noch profunderen B-Tuba und dem kleineren Euphonium. Der Kopfsatz variiert das Choralthema „Nun bitten wir den heiligen Geist“ und changiert von gemessener Feierlichkeit über kraftvolle Eruptionen bis hin zu ruhigem, fast meditativem Fluss. Einem vitalen Scherzo schließt sich als Finale eine Passacaglia an, in der sich schöne Kontraste zwischen hellen Violingespinsten und dem schweren Klangtuch der Tuben ergeben. Das seit 30 Jahren bestehende Melton Tuba Quartett vereint mit dem Dresdner Jörg Wachsmuth, Ulrich Haas, Hartmut Müller und Heiko Triebener Tubisten aus vier großen Orchestern. Sie überzeugten das Publikum dann auch mit der launigen Ouvertüre zu Rossinis „Wilhelm Tell“ als Zugabe.

Bruckners Dritte existiert in drei Versionen, wobei die dritte von 1889 mit Abstand am häufigsten gespielt wird. Erst mit dieser um mehr als 400 Takte kürzeren Fassung, in der ein Großteil der deutlichen Wagner-Zitate getilgt sind, mit denen sich Bruckner ursprünglich bei „dem unerreichbaren, weltberühmten und erhabenen Meister … in tiefster Ehrfurcht“ angebiedert hatte, kam der Erfolg. Die Fassung von 1873 wurde von den Wiener Philharmonikern als „Unsinn“ abgelehnt, und selbst die bereits gestraffte zweite Version von 1877 fiel in Wien noch mit Pauken und Trompeten durch. Jüngere CD-Einspielungen der Urfassung, etwa von Simone Young oder Kent Nagano, und nun auch Poschners Interpretation mit der Dresdner Philharmonie zeigen aber, welch Gedankenreichtum und was für Spannung in diesem opulenten, noch etwas unausgewogenen ersten Wurf stecken.

Markus Poschner führte das Orchester mit ruhiger und bestimmter Hand, zeichnete in der ihm eigenen unaufgeregten Art ein breitwandiges, detailreiches Bild, ließ die Klangströme geordnet mäandern, gab den Bläsern Luft zum Atmen und achtete darauf, dass Bruckners ungestüme Ballungen nie zu pompös und dick daherkamen. Auch wenn der Komponist hier noch nicht seinen Zenit erreichte, ist dies ein interessantes Werk, das im Kulturpalast nach dem wunderbar kantig ausgespielten Schluss eine Menge Wohlwollen erntete.«

Jens-Uwe Sommerschuh
Sächsische Zeitung, Feuilleton, 4.12.2017